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Bachputzede des Hegerings Biberach

Bachputzede des Hegerings Biberach

Beute ganz besonderer Art machte dieser Tage der Hegering Biberach: die hiesigen Jäger befreiten den Ratzengraben von Müll. Dass diese Bachputzede dringend nötig war, zeigten die vielen Säcke an Flaschen, Abfällen und sonstigen Kuriositäten.

Als der stellvertretende Hegeringleiter Robert Wölfle, Ummendorf, im Frühjahr Kontakt zur Stadt aufnahm, um anzufragen, ob eine Bachputzede gewünscht sei, konnte es Umweltbeauftragter Uli Maucher kaum glauben. Gab es da einen Hintergedanken seitens der Jäger? Nein! Robert Wölfle erklärte ihm, dass es ein Anliegen des Hegerings sei, ein Vorbild für eine saubere Umwelt zu geben. „Der Ratzengraben ist eine Art Visitenkarte der Stadt. Und der sollte sauber sein und wenn’s geht, auch bleiben“, so Wölfle.
Und so trafen sich am vergangenen Freitagnachmittag bei 33 Grad im Schatten rund 20 Jäger/innen am Ratzengraben und begannen mit der Reinigung des Gewässers samt Uferbereich. Ein Teil des nötigen Equipments kaufte der Hegering selbst, Schutzhandschuhe, Schutzwesten wurden von den Stadtwerken Biberach zur Verfügung gestellt, die zum Abschluß noch ein Vesper beisteuerten. Große Unterstützung erhielt er jedoch auch vom städtischen Bauhof, beispielsweise bei der Entsorgung des Mülls.

Allerlei Kuriositäten
Der hüfthohe Uferbewuchs erschwert die Suche nach Unrat enorm. Das Gestrüpp piekst und kratzt. Für diejenigen, die im Wasser den Graben reinigen, heißt es teilweise Hochwasseralarm: Der Pegel übersteigt die Gummistiefelhöhe und sorgt so für Abkühlung der heißen Füße. Einer der Helfer, Roland Schmid, Warthausen, behält trotz Anstrengung noch seinen Humor: „Es ist heiß und meine Greifzange ist kaputt. Aber sonst ist es prima.“ Sein Jagdkollege Andreas Kübler, Reute, bemerkt pragmatisch: „Im kühlen Wasser ist es eigentlich ganz angenehm. Aber der Müll stinkt barbarisch!“ Kein Wunder, wenn man sieht, was da alles aus dem Schlamm ans grelle Tageslicht befördert wird: Handys, Geldbeutel (mit Scheckkarte und Personalausweis), massenweise Flaschen, sogar Werbetafeln und ein Verkehrsschild. Am Ende kommen so rund 15 Säcke Müll plus Schilder und Bauschutt zusammen. Hegeringleiter Dieter Mielke, Mettenberg, freut sich: „Ich hätte mit so zahlreicher Teilnahme und spontaner Zusage nie gerechnet. Es zeigt, dass Jäger sich in Umweltbelangen gerne engagieren.“ Und weil es so gut lief, hat der Hegering Biberach gleich die Patenschaft für den Ratzengraben übernommen.

Text: Elke Hagel
Bilder: Elke Hagel, Jochen Drescher


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