Sabotage bei Ernteaktionen

Ein Kommentar von Gerd Graf

Erstellt am 17.10.2020

Immer wieder kommt es zu drastischen Aktionen während der Maisernte, bei denen irgendwelche Leute ihren Unmut mit gefährlichen Mitteln den Landwirten oder deren Lohnunternehmern kund tun.

Es mag ja sein, dass sich bei manchen die Wut auf Massenproduktion oder Monokulturanbau, Lärmbelästigung durch die Erntemaschinen, deren überdimensionale Größe oder verdreckte Straßen aufgestaut hat. Dazu kommt der generell geschürte Hass auf Maisanbau, der von manchen Menschen mit perfiden Machenschaften ausgelebt wird indem Geräten zerstört werden und dabei auch die Gefährdung von Menschen billigend in Kauf genommen wird. Ganz gezielt werden dabei die Erntemaschinen sabotiert. Jedoch wird oft nicht an die zerstörerische Auswirkung eines solchen Sabotageakts gedacht.

Am 1.10.2020 wurde in der Nähe von Ulm durch Zufall eine mit einem Kunstoffband an einen Maisstängel gebundene Schrotpatrone bei der Erntearbeit gefunden. Käme es in der Häckseltrommel zu einer Detonation, hätte dies eine zerstörende Wirkung und würde eben auch  das Wohl des Häckslerfahrers, der direkt oberhalb der Häckslertrommel sitz, gefährden. Lebensgefährliche Verletzungen und im Extremfall den Tod könnte dies zur Folge haben. Gewiss ist auch, dass in diesem Fall die Jägerschaft in ihrer Gesamtheit ebenso in Misskredit gerät, da durch die Schrotpatrone, unter Umständen gezielt auf eine falsche Fährte geführt wird. Diese Art der Frustbeseitigung ist auf jeden Fall keine Lösung des Problems und führt nur zu unnötigen psychischen Belastungen oder sogar zum Tod der Beteiligten. Stellen Sie sich einfach mal vor, Sie sitzen auf einer Erntemaschine und müssen ständig damit rechnen, dass Ihnen durch mutwillige Fremdeinwirkung ein Eisenteil um die Ohren fliegt. Oder eines der hochtourig drehenden Häckslermessern rast durch den Boden der Kabine. Das ist sicher keine gute Voraussetzung um eine saubere und notwendige Arbeit zu verrichten.

Darum kann es nicht sein, dass Menschen, die dafür arbeiten, dass wir alle billige Nahrung und Energie bekommen, für Ihre Arbeit noch durch solche Aktionen beschädigt oder verletzt werden. Auch die Jäger sind aufgerufen, bei Pirschgängen oder Revierfahrten Pkw´s oder auffällige Personen, die sich an oder in Maisschlägen zu schaffen machen, zu melden.

Gerd Graf Okt. 2020

Erstellt am 17.10.2020
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