„Bock auf Jagd?“

Hegering Bad Schussenried stellt die Jagd der Öffentlichkeit vor

  • Die Jäger des Hegerings Bad Schussenried mit den Gästen

    Die Jäger des Hegerings Bad Schussenried mit den Gästen

Erstellt am 04.06.2018

„Bock auf Jagd?“, was sich zunächst nach sprachlichem Verfall anhört, war die Einladung und das Motto der Jäger des Hegerings Bad Schussenried an die Bevölkerung, sich die Jagd einmal aus der Nähe anzusehen, quasi mit einem Jäger auf die Jagd zu gehen, ohne selbst einen Jagdschein zu besitzen.

 

Da gerade Bockjagdsaison ist, war das Motto der Veranstaltung schnell gefunden. Gegen Voranmeldung hatte Jedermann die Gelegenheit, an diesem Tag der offenen Türe an der Jagd teilzuhaben. Es war ein lauer Frühsommerabend, an welchem sich Jäger und Jagdinteressierte an der Gaststätte Schwaigfurter Weiher einfanden. Nach einer kurzen Stärkung, niemand sollte schließlich hungrig zur Jagd aufbrechen, richtete Hegeringleiter Marko Ziller das Wort an die zehn Gäste. Er erläuterte die geschichtliche Entwicklung der Jagd, die Aufgaben der Jäger in der Neuzeit und die Herausforderungen unserer modernen Gesellschaft an die Tierwelt und die Habitate. Ebenso stellte Ziller dar, dass sich das Gesicht der Jagd und der Jägerschaft in den letzten Jahren verändert hat. Jagen ist längst mehr keine Freizeitbeschäftigung älterer, betuchter Herren im Lodenrock. Die Jägerschaft ist jünger und weiblicher geworden, die Ausbildung immer fundierter und das Engagement der Jägerschaft für Tier und Umwelt immer intensiver.

 

Dies alles im Ehrenamt, dies alles auf eigene Kosten. „Der Mensch hat die Natur verändert, hat dafür gesorgt, dass die Großprädatoren wie Wolf und Bär verschwinden“, so Ziller. Die moderne Jagd ist somit die Aufgabe, diesen Malus auszugleichen, dafür zu sorgen, dass die Wildtierbestände gesund und ausgewogen sind und die Leistungsfähigkeit der Habitate nicht überfordern. Letzteres mündet zwangsläufig in das vermehrte Auftreten von Wildschäden an land- und forstwirtschaftlichen Kulturen. Darüber hinaus bergen zu große, zu dichte Wildtierpopulationen auch das Risiko, dass vermehrt Wildseuchen auftreten.

 

Zur Regulation der Wildtierbestände gehört aber auch die Verbesserung der Lebensräume der Tiere, welche seltener vorkommen, oder gar in ihrem Bestand bedroht sind. Deshalb ist nicht nur die Büchse des Jägers Werkzeug, nein, auch beispielweise der Spaten, wenn es darum geht, Hecken wieder anzupflanzen, die dem Niederwild Lebensraum und Deckung bieten. Oder auch die Ansaat von Wildäckern gehört zu des Jägers Aufgaben, um dem Wild natürliche Nahrung zu bieten und es von den landwirtschaftlichen Flächen des Menschen fern zu halten.

 

Die Gäste lauschten gespannt den Ausführungen. Aber die Jagd wollte sich an diesem Tage nicht nur theoretisch vorstellen. Jeder der Teilnehmer durfte im Anschluss an diesen theoretischen Teil noch mit einem erfahrenen Jäger ins Revier gehen und den Waidmann auf der Jagd auf den Rehbock begleiten. Dort erfuhren die Teilnehmer spannende Fakten über Jagd und Natur. Im Rahmen der Aktion wurden zwei Rehböcke und ein Wildschwein erlegt. Den Gästen des Hegerings Bad Schussenried wurde schlussendlich gezeigt, wie aus den erlegten Wildtieren leckere und naturbelassene Lebensmittel gewonnen werden und diese somit komplett verwertet werden.

 

Die Jäger des Hegerings Bad Schussenried danken allen Besuchern für ihr Interesse, für ihren „Bock auf Jagd“.

Erstellt am 04.06.2018
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