Jagd ohne Hund ist Schund

Erstellt am 26.10.2017

Leider gibt es keinen genauen Überblick, wie viel hundert brauchbare Jagdhunde vom Hundeobmann der Kreisjägervereinigung mit seinem helfenden Team in den letzten 19 Jahren „gemacht“ wurden. Im Jahr 2017 sind es jedenfalls 42 Hunde die in fünf Gruppen auf ihr Leben als Jagdbegleiter vorbereitet werden. Wenn man diese Zahl 42 mit 19 Jahren multipliziert, stimmt das Ergebnis wahrscheinlich nicht ganz, ist aber auf jeden Fall beeindruckend.

In vielen „normalen“ Hundeschulen werden Hunde heute oft vermenschlicht und es wird mit Leckerlis, meist umsonst versucht, tiefsitzende Instinkte zu lenken. Die Erkenntnisse von Verhaltensforschern und die Fernsehberichte zum Rudelverhalten werden dabei immer weniger zur Kenntnis genommen. Mit seinem Jagdhund ein Rudel zu bilden, sich gemeinsam über Erfolge zu freuen und seinen Jagdkameraden abzuliebeln, sind traditionelle und wertvolle Inhalte der Jagdhundeprägung und -Erziehung. Die von früher bekannte Härte in der Hundeerziehung fehlt heute. Die Entwicklung der vorhandenen Fähigkeiten und angewölften Instinkte stehen hoch im Kurs. Wenn der Hund dann aus anerkannter und geprüfter Zucht stammt, wird es für die Hundeführer meist noch etwas einfacher.

Eva Gundelbacher, Margret Ott, Steffen Ruess, Dr. Rainer Schiele und unser Hundeobmann Hubert Vogel helfen den teilnehmenden Jägern, aus ihren Hunden wertvolle Jagdbegleiter zu machen. Jedes Jahr ist es aufs Neue faszinierend, wie dieser Hundekurs stattfindet und wie professionell er umgesetzt wird. Es werden Grundlagen bei Hundeführern und ihren Hunden gelegt, die ein Leben lang nachwirken. Wir gerne zuhört und lernt, ist hier an der richtigen Stelle. Der Hundekurs der KJV-Biberach beginnt immer im Mai und endet im Oktober mit den Prüfungen. Jeden Sonntag von 9 bis 12 Uhr wird gemeinsam geübt und gelernt. Wo sonst wird so viel Zeit und Aufwand betrieben? Es lohnt sich offensichtlich für alle, denn der Hundekurs, seine Leiter und die Erfolge haben sich herumgesprochen und sie sind ein ganz besonderes Aushängeschild für die KJV Biberach. Von den TeilnehmerInnen in diesem Jahr sind 11 Mitglieder der KJV-Biberach. Die anderen TeilnehmerInnen kommen vom Bodensee bis Ulm und von der Alb bis zum Allgäu. Ein Teilnehmer aus der Schweiz wurde wegen des Hundekurses sogar Mitglied in der KJV-Biberach.

Eine Gruppe bereitet sich mit der Unterstützung von Hubert Vogel auf die VGP HV vor. Die Verbandsgebrauchsprüfung wird als "Meisterprüfung der Jagdhunde“ bezeichnet. Sie dient der Feststellung einer abgeschlossenen Ausbildung zum Jagdhund. Wie in den vergangenen Jahren werden auch dieses Jahr wieder eine Anzahl TeilnehmerInnen mit ihren Vierläufern diese Prüfung mit bestechenden Wertnoten bestehen.

Der Herbstzuchtprüfung (HZP) werden sich ebenso erfolgreich Hunde stellen, die, zusammen mit ihren Führern, von Rainer Schiele angeleitet wurden. Die HZP dient der Überprüfung der Weiterentwicklung der angeborenen Anlagen eines Jagdhundes. Dies bedeutet auch, dass die Anlagen beim individuellen Hund identifiziert und gezielt gefördert werden müssen.

Zum Zeugnis der „Brauchbarkeit im Schalenwildrevier“ (BRB) trägt als Ausbilder Steffen Ruess mit seiner Erfahrung bei. Die Hundeführer werden wertvolle Abschlusszeugnisse erwerben. Geprüft werden dabei die Gehorsamsfächer inklusive der Schussfestigkeit im Wald oder Feld und die Schweißarbeit auf der Übernachtfährte. Diese Prüfung wird für Jagdhunde angeboten, die in Schalenwildrevieren stehen und für einfachere Nachsuchen eingesetzt werden.

Apropos Übernachtfährte: 24 Jagdhunde sind für die beiden Brauchbarkeitsprüfungen angemeldet. Für jeden Teilnehmer wird von den Helfern eine mindestens 400 m lange Übernachtfährte mit Schweiß gelegt. Dazu kommt für jede Prüfung noch jeweils eine Ersatzfährte. Wir können uns sicher alle vorstellen, welcher Aufwand vom Ausbilder-Team geleistet werden muss. Dieses gilt natürlich nicht nur für die Prüfungstage, sondern bezieht sich auf den gesamten Zeitraum von Mai bis Oktober.

Die Welpengruppe wird von Eva Gundelbacher geführt. Sozialverhalten, Ein- und Unterordnung sind hier die Hauptfächer. Durch ihren Beruf ist Eva prädestiniert, solche wertvollen Grundlagen zu legen und zu festigen. Je nach Größe einer Hunderasse, findet der Zahnwechsel zwischen dem vierten und siebten Lebensmonat statt. Sobald Jagdhunde keine Welpen mit spitzen kleinen Zähnchen mehr sind, beginnt auch schon der Ernst des Lebens. Nach dem Zahnwechsel entsteht die Gruppe der Junghunde, angeleitet von Margret Ott. Die Gehorsamsfächer, wie zum Beispiel „Bei Fuß mit durchhängender Leine“, werden ab dann genauso geübt wie „Sitz“ und „Platz“ oder das spielerische Apportieren. Hier freuen sich die Junghunde mit ihren Rudelführern ganz besonders, wenn sich Passion und angeborene Anlagen treffen. Nachdem das Übungsrevier über geeignete Wasserflächen verfügt, gehört selbstverständlich die Förderung der Wasserfreude mit zum sonntäglichen Vergnügen im Hundekurs. Ob der junge Deutsch Drahthaar oder sechs Monate alte Teckel: sie schwimmen alle aus Passion.

Der Hundekurs der KJV Biberach: wahrscheinlich die Veranstaltung mit den meisten Jahren auf dem Buckel, sicher die mit den meisten Hunden und vor allem eine mit ganz besonders hohem Wert für die Jagd mit Hund.

Erstellt am 12.11.2017
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