„Lernort Natur“ mit dem Hegering Bad Schussenried

(kam) Dass der Wald vielen Tieren einen Lebens- und Schutzraum bietet das erfuhren 27 Kinder der Grundschule Winterstettenstadt bei einem Waldtag mit dem Hegering. Elke Stützle Jugendobfrau der Jäger aus Bad Schussenried und Rebecca Barth angehende Waldpädagogin, erklärten den Kindern die vier Stockwerke des Waldes.

Grundschüler erkunden den Lebens- und Schutzraum der Tiere im Wald

Erstellt am 12.07.2016

Im „Keller“ befinden sich die Wurzeln der Pflanzen. Zwischen diesen unterirdischen Wurzeln graben Mäuse, Dächse ihre Tunnel und Baue. Typische Bewohner der Wurzelschicht sind auch die Tausendfüßer und Regenwürmer. Das „Erdgeschoss“ besteht aus der Bodenschicht die von Moosen, Flechten, Pilzen und herabfallenden Nadeln und Blätter gebildet wird. Dies ist dann der Lebensraum von vielen Insekten, Spinnen und Reptilien. Hier tummeln sich Eidechsen, Salamander, Asseln und Schnecken. Auch die kleinen Säugetiere sind hier Zuhause, wie Maus und Igel. Im „ersten Stock“ der Krautschicht des Waldes wachsen Gräser, Farne, Kräuter und Blütenpflanzen. Dies ist die Heimat von Schmetterlingen, Bienen, Wespen und Käfern. Im „zweiten Stock“ des Waldes findet man viele Sträucher wie Haselnuss, Weißdorn und Holunder. Hier finden Rehe einen Unterschlupf und Vögel bauen ihre Nester. Die Strauchschicht mit ihren Vogel-, Holunderbeeren, den Schlehen und Hagebutten dient vielen Tieren als Nahrungsquelle. Die Baumschicht ist das letzte Stockwerk des Waldes, nämlich das Dachgeschoss. In ihm leben die Eichhörnchen, die Baummarder und ganz viele Vogelarten. Zugleich finden sie im Dachgeschoss des Waldes Schutz und nutzen diesen Wohnraum als Nist- und Brutplatz. Da gab es natürlich für die Grundschüler viel zu erkunden. Gemeinsam mit den Lehrkräften der Schule und des Hegeringes wurde ein Pirschpfad aufgebaut und die Kinder lernten anhand der aufgestellten Tierpräparate die verschiedenen Waldbewohner kennen. Die Kinder durften frische Tierspuren im Matsch von Rehkitz, Rehgeiss und Fuchs betrachten und das Streicheln der Tierpräparate kam natürlich nicht zu kurz. Im Anschluss daran bauten die in Gruppen aufgeteilten Kinder Tierwohnungen nach. Während sich die eine Gruppe mit einem Greifvogelnest beschäftigte und hierüber alles Wissenswerte erfuhr, erbauten die anderen Grundschüler ein Singvogelnest. Dabei lernten sie auch den „Troubadix des Waldes“ den Eichelhäher kennen, der im Jahr über 5000 Eicheln sammelt. Ganz spannend fanden es die Kinder, dass sie auch mit einer Schnur ein Spinnennetz nachbauen konnten. Dabei erfuhren sie von den Betreuerinnen weshalb die Spinne nicht an ihrem eigenen Netz festklebt. Unter der Anleitung von Elke Stützle und Rebecca Barth bauten die Kinder einen Eichkobel. In diesem kugelrunden Nest legt das Eichhörnchen seinen Wintervorrat an. Zur Krönung des Tages durften die Grundschüler noch mit dem Jagdhund von Peter Pulter spielen. Der Jäger erzählte den Kindern, weshalb denn ein Jagdgebrauchshund so wichtig ist und welche Aufgaben er bei der Jagd zu erfüllen hat. Das interaktive Arbeiten im Wald und mit der Natur hat allen Beteiligten den Kindern und Lehrkräften mächtig Spaß bereitet.

 

Bild und Text von Karl Ammann

Erstellt am 12.07.2016
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